29.08.2014 Unternehmerinnenspaziergang

Rückblick

 

Unternehmerinnen-Netzwerk Drensteinfurt

 

PRESSEMITTEILUNG | 3. September 2014

 

Auf Streifzug im Herzen der Stadt

 

Unternehmerinnen-Netzwerk Drensteinfurt

 

PRESSEMITTEILUNG | 3. September 2014

 

Unternehmerinnen-Spaziergang durch Drensteinfurt zeigte: Die Stadt war auch früher wirtschaftlich bedeutsam.

 

Von Sebastian Weißen

 

Unter dem sicheren Geleit von Nachtwächter Walter Gröne haben sich am vergangenen Freitag elf Unternehmerinnen aus Drensteinfurt und Umgebung auf eine Reise in vergangene Jahrhunderte begeben. Die Hellebarde aus Holz allzeit griffbereit, führte Walter Gröne die Frauen in einer historischen Führung durch mehr als tausend Jahre Stadtgeschichte – vom dunklen Mittelalter bis zu den jüngsten Ereignissen. Dabei mussten selbst die alteingesessenen „Stewwerter“ unter den Unternehmerinnen feststellen, dass der eigentlich so vertraute Heimatort noch einiges an Geheimnissen bereithält.

 

Der historische Stadtrundgang war als offenes Angebot durch das U.N.D (Unternehmerinnen-Netzwerk Drensteinfurt) organisiert worden. Dieser Einladung folgten denn auch mehrere Unternehmerinnen, die nicht Mitglied im Netzwerk sind. Der gemeinsame Spaziergang bot den Frauen– neben dem informativen Wert –die ideale Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und sich über die Grenzen des Netzwerks hinaus auszutauschen. Auch die Bandbreite der vertretenen Professionen zeugte von dem großen Interesse an einer gegenseitigen Vernetzung: Von der Physiotherapie und Pädagogik bis zum Grafikdesign und zur Steuerberatung fanden sich hier Unternehmerinnen aus den unterschiedlichsten Ressorts zusammen.

 

Schon der Ausgangspunkt der Führung, die Alte Post, war geschichtsträchtig. Hier habe sich früher ein Dreh- und Angelpunkt des regionalen Warenverkehrs befunden, so Gröne. Die Alte Post sei bei ihrer Gründung im 17. Jahrhundert nämlich kein Post- sondern ein Kaufmannsgebäude gewesen, in dem verschiedenste Waren zwischengelagert wurden. Drensteinfurt war offenbar schon immer von großer Bedeutung für die umliegende Region: Als Knotenpunkt für die Verkehrsverbindung zwischen Rheinland und Norddeutschland sei der Ort auch für den Bau von Postgebäude und Bahnhof bewusst ausgewählt worden.

 

Nächster Halt war das Torhaus im rechten Seitenflügel von Schloss Steinfurt – dem ältesten Teil der Anlage –, wo Walter Gröne Schreckliches aus der Stadtgeschichte zu berichten wusste: Mehrfach haben spanische Soldaten die Stadt im spanisch-holländischen Krieg während des 16. und 17. Jahrhunderts heimgesucht. Doch konnten Drensteinfurts Bürger die Angriffe dank der umfassenden Ummauerung von Stadt und Schloss letztlich abwehren.

 

Das Haus Steinfurt selber konnten die Unternehmerinnen ebenfalls besichtigen. Hier vor allem interessant: die Kaminplatten mit religiösen und politischen Motiven im Gang des Torhauses, welche durch die Schlossherren von der Reck in der Frühen Neuzeit angefertigt worden waren. In der Dämmerung auf dem Kirchplatz angekommen berichtete Walter Gröne über die Anfänge der Stadt. Dort, rund um die heutige Pfarrkirche St. Regina, habe sich einst die erste Burg Drensteinfurts befunden, erst später hätten die Burgherren ihren Sitz zur heutigen Stelle verlegt. Der Standort sei gerade in den Anfängen der Siedlung von großer Bedeutung gewesen, da sich mit der dortigen Steinfurt der einzige Werse-Übergang weit und breit befand.

„Interessant und wissenswert“, war der vielfache Kommentar der Unternehmerinnen. Netzwerken und Austausch waren damit aber noch nicht beendet, sondern fanden Fortsetzung bei einem gemütlichen Ausklang im Rodeo gegenüber der Alten Post. Und damit waren die Unternehmerinnen in der Mitte Drensteinfurts wieder angelangt.